Schlaf & Wechseljahre
Was nach Wunschdenken klingt, sorgt derzeit für Aufsehen — weil dahinter eine Lesart steht, die bei diesen Nächten gar nicht erst nach Hormonen fragt. Sondern nach der Uhrzeit.
28. August 2026 · 5 Min. Lesezeit
02:14 Uhr. Wieder wach. Zu müde, um aufzustehen. Zu wach, um weiterzuschlafen. In vier Stunden klingelt der Wecker, und du weißt jetzt schon, wie dieser Tag wird.
Wenn du das kennst, kennst du wahrscheinlich auch den Satz, der am Ende dabei herauskommt. Blutbild in Ordnung, Schilddrüse in Ordnung, alles abgeklärt. Und dann:
„In Ihrem Alter ist das normal.“
Das ist nicht einmal falsch. Nur ist „normal“ keine Antwort. Es ist eine Wartezeit — und kaum jemand sagt dir, wie lang die ist.
Bis zu drei Stunden mehr durchgehender Schlaf, in vier Wochen, ohne Hormone und ohne Melatonin? Das klingt nach Wunschdenken. Es klingt vor allem deshalb so, weil in Deutschland fast nur über einen einzigen Weg gesprochen wird — und der ist nicht der einzige.
Es geht auch vorbei. Die größte Langzeituntersuchung dazu, SWAN, hat 3.302 Frauen über Jahre begleitet und die Dauer der Beschwerden gemessen. Der Mittelwert: 7,4 Jahre. Bei Frauen, deren Beschwerden früh beginnen, sind es über zehn.
Sieben Jahre. Das sind rund 2.700 Nächte. Niemand sagt einer Frau von 48: „Bring die nächsten 2.700 Nächte hinter dich.“ Der Satz lautet freundlicher, aber er bedeutet dasselbe.
Und weil er das bedeutet, probieren die meisten der Reihe nach die drei Wege durch, die es gibt. Die Hormontherapie, die für viele ausfällt oder die sie nach der Diskussion der letzten Jahre schlicht nicht wollen. Schlafmittel, die die Nacht verkürzen und den Morgen mitnehmen. Und schließlich das Regal in der Drogerie: Baldrian, Melatonin, Rotklee, Nachtkerze — Einzelstoffe, bei denen die Auswertungen der Cochrane Collaboration seit Jahren keinen belastbaren Effekt finden.
Was dabei selten jemand dazusagt: Rotklee, Soja, Yamswurzel und Nachtkerze sind im Grunde derselbe Weg. Ihre Wirkstoffe sind Phytoöstrogene — Pflanzenmoleküle, die an dieselben Rezeptoren andocken wie das körpereigene Hormon. Melatonin ist ohnehin selbst ein Hormon. Das Regal in der Drogerie ist also kein Ausstieg aus dem Hormonweg. Es ist seine schwächere, unkontrollierte Ausgabe.
Drei Wege, ein Ergebnis: Man gewöhnt sich daran, um zwei wach zu liegen.
Wei ist Rezepturforscher bei Dr. Comoi in Hamburg, bekannt als Skincare-Experte. Er lebt seit zwanzig Jahren in Deutschland; gelernt hat er ursprünglich chinesische Medizin. Zu ihm kommen Frauen zunächst wegen der Haut: Sie wollen etwas gegen den müden Ausdruck und die Fältchen tun — und sie versuchen es zuerst von außen, mit Cremes und Seren. Über den Schlaf reden sie erst später, meistens beiläufig, meistens zum Schluss.
Irgendwann fiel ihm auf, dass fast alle dasselbe erzählten — und dass ihnen dazu nie jemand dieselbe Frage gestellt hatte. Nicht: Wie lange geht das schon so? Sondern: Wie spät ist es, wenn du aufwachst?
Die Antwort war bei den meisten dieselbe. Zwischen eins und drei.
In der Medizin, die Wei gelernt hat, ist diese Uhrzeit keine Nebensache, sondern der eigentliche Befund. Jede Stunde der Nacht ist dort einem Organkreis zugeordnet, und die Stunden zwischen eins und drei gehören der Leber — dem Kreis, der in dieser Lehre für das Speichern und Verteilen des Blutes zuständig ist. Wer in genau diesen zwei Stunden wach wird, wach liegt und denkt, fällt in ein Muster, das dort seit Jahrhunderten beschrieben ist und einen eigenen Namen hat.
Entscheidend ist, was daraus folgt. In dieser Lesart ist die Nacht nie eine Frage der Hormone gewesen — und damit auch keine Frage des Alters. Es gibt deshalb nichts zu ersetzen und nichts abzuwarten.
Für dieses Muster steht in den klassischen Quellen kein Sortiment, sondern ein Paar. Zwei Wurzeln, die seit rund neunhundert Jahren zusammen genannt werden: Danggui und Baishao, die Wurzel der weißen Pfingstrose.
Beide bekommt man in Europa auch heute. Nur meistens als gemahlenes Pulver, in Mengen, bei denen auf der Dose gar kein Verhältnis mehr angegeben wird.
Wei hat daran nichts erfunden. Er hat nur eine Zahl auf die Vorderseite geschrieben, an der du selbst nachrechnen kannst: 5:1. Fünf Teile getrocknete Wurzel werden stundenlang eingekocht, bis ein Teil Extrakt übrig bleibt. In zwei Kapseln steckt damit die fünffache Menge Wurzel. Halte diese Zahl gegen alles, was bei dir im Schrank steht — die meisten Präparate nennen sie nicht, und das hat einen Grund.
Das Ergebnis heißt SIEBEN. Rezeptfrei, ohne Hormone, ohne Melatonin, zwei Kapseln am Morgen.
Eine Dose sind 60 Kapseln, zwei am Tag — genau ein Monat. Das ist kein Zufall: In der Lehre, aus der diese Rezeptur kommt, wird ein Paar wie Danggui und Baishao nie für eine Nacht gegeben, sondern für einen Zyklus. Vier Wochen sind die Zeit, nach der du selbst urteilen kannst.
Drei Stunden — das ist genau die Spanne zwischen eins und drei, plus das, was danach sonst nicht mehr kommt. Mehr verspricht SIEBEN nicht, und mehr braucht es auch nicht: Wer um zwei nicht mehr aufwacht, hat den Rest der Nacht ohnehin.
Danggui wächst fast überall in China. Wei ist trotzdem nach Minxian gefahren, einen Kreis in der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes, auf zweitausendvierhundert Metern Höhe — gut das Doppelte des höchsten Schwarzwaldgipfels. Was für Wein die Lage ist, ist für Danggui dieser Landstrich: In China gilt die Wurzel von dort als die einzige, über die man nicht diskutiert.
Der Grund ist die Höhe. Die Vegetationszeit ist kurz, die Nächte sind kalt, die Pflanze braucht drei Jahre bis zur Reife statt einem. Geerntet wird von Hand, weil die Wurzel bei der Maschinenernte bricht — und eine gebrochene Wurzel trocknet ungleichmäßig.
Wei war im Herbst dort und hat die Charge selbst ausgesucht. Verarbeitet wird sie in Deutschland: getrocknet ohne Schwefel, was länger dauert und die Wurzel dunkler lässt, und vor dem Abfüllen im Labor geprüft.
Danggui braucht in Minxian drei Jahre bis zur Reife und wird einmal im Jahr geerntet, im Herbst. Nach dem Trocknen, dem Aussortieren und der Laborprüfung bleibt gut die Hälfte auf der Strecke — in einem schlechten Jahr mehr. Aus tiefer gelegenen Gegenden gäbe es sie billiger und das ganze Jahr über; dort ist sie schon nach einem Jahr erntereif. Drei Winter und ein Winter ergeben aber nicht dieselbe Wurzel.
Deshalb steht hinter SIEBEN keine laufende Produktion, sondern eine Charge. Ist sie weg, ist sie weg — bis zur nächsten Ernte.
Aus dieser Charge sind bis heute 122 Dosen reserviert.
Vier Wochen, zwei Kapseln am Morgen, bis zu 3 Stunden mehr durchgehender Schlaf. Schau, was aus dieser Charge noch verfügbar ist — Zusammensetzung, Preise und Versand stehen dort vollständig.
Wichtiger Hinweis: SIEBEN ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Arzneimittel. Es ist nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen, zu lindern oder ihnen vorzubeugen, und ersetzt keine ärztliche Behandlung, keine ausgewogene Ernährung und keine gesunde Lebensweise. Die empfohlene Tagesdosis darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Bei bestehender Medikamenteneinnahme — insbesondere Blutgerinnungshemmern —, in der Schwangerschaft und Stillzeit vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.
Die Darstellungen zur chinesischen Medizin geben eine traditionelle Lehre wieder und sind keine medizinische Aussage über die Wirkung der enthaltenen Pflanzen.
Die im Text hervorgehobenen Angaben zu Vitamin B6 und Magnesium sind zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und beziehen sich ausschließlich auf die genannten Nährstoffe.
Quellen: SWAN, JAMA Internal Medicine 2015 · Cochrane Database of Systematic Reviews, CD001395 · Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, The Lancet 2019.